Rund um die neuen Daten

Um welche Daten geht es und warum sind diese so wichtig?

Ab Mitte 2013 sollen die Daten, die für den Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) verwendet werden, im Rahmen der Datentransparenz-Regeln zugänglich gemacht werden. Der Morbi-RSA ist der Mechanismus, mit dem die Verteilung der Krankenkassenbeiträge aus dem Gesundheitsfonds an die Kassen, berechnet wird. Dafür werden Daten wie Alter und Geschlecht der Versicherten, ihre Krankheiten (Morbidität) und Faktoren, wie z.B. eine Erwerbsminderung, berücksichtigt. Natürlich sind die Daten pseudonymisiert – d.h. Name oder Anschrift sind natürlich nicht in den Daten enthalten. Mehr zum Datenschutz >>

Dieser Datensatz ist insofern einzigartig, als dass er fast alle Einwohner in Deutschland (Ausnahme: privat Versicherte) abdeckt. Damit hat er ein hohes Maß an Repräsentativität und bietet eine solide Grundlage für wissenschaftliche Analysen. Außerdem ist er „sektorübergreifend“, d.h. er umfasst Daten aus der ambulanten Versorgung, aus dem Krankenhaus sowie Arzneimittelverordnungen. Damit bietet er die Möglichkeit, vollständige Patientenpfade zu verstehen. Eine vollständige Datensatzbeschreibung finden Sie übrigens auf dieser Seite des Bundesversicherungsamts (S. 83 ff. des pdf-Dokuments). Mehr >>
Dieser Datensatz soll jetzt zu Planungs- und Forschungszwecken für einen ausgewählten Kreis an Institutionen zugänglich gemacht werden.

Wer und für welchen Zweck wird zukünftig auf die Morbi-RSA-Daten zugreifen können?
Die berechtigten Nutzer und der Nutzungszweck der Daten sind eng begrenzt. Niemand wird eine „Standleitung“ zu den Daten aufbauen dürfen oder beliebig darin „herumscrollen“. Jeder Datenzugriff muss einzeln seitens einer unabhängigen Stelle, nämlichen dem Deutschen Institut für Medizin und Dokumentation (DIMDI), genehmigt werden.
Der Kreis der berechtigten Nutzer ist direkt im Sozialgesetzbuch V (§ 303e Abs. 1 SGB V) aufgelistet. Er beinhaltet folgende Institutionen:

  • Spitzenverband Bund der Krankenkassen,
  • Bundes- und Landesverbände der Krankenkassen,
  • Krankenkassen,
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Vereinigungen,
  • Spitzenorganisationen der Leistungserbringer auf Bundesebene,
  • Institutionen der Gesundheitsberichterstattung des Bundes und der Länder,
  • Institutionen der Gesundheitsversorgungsforschung,
  • Hochschulen und sonstige Einrichtungen mit der Aufgabe unabhängiger wissenschaftlicher Forschung, sofern die Daten wissenschaftlichen Vorhaben dienen,
  • Gemeinsamer Bundesausschuss,
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen,
  • Institut des Bewertungsausschusses,
  • der Patientenbeauftragte,
  • die für die Wahrnehmung der Interessen der Patientinnen und Patienten und der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen maßgeblichen Organisationen auf Bundesebene (Patientenvertreter),
  • AQUA-Institut (zuständig für sektorenübergreifende Qualitätssicherung),
  • DRG-Institut (InEK),
  • die für die gesetzliche Krankenversicherung zuständigen obersten Bundes- und Landesbehörden sowie deren jeweilige nachgeordnete Bereiche und die übrigen obersten Bundesbehörden,
  • Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Bundespsychotherapeutenkammer sowie die Bundesapothekerkammer,
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft.

Der Verwendungszweck der Daten ist wie folgt eingegrenzt (§ 303e Abs. 2 SGB V):

  • Wahrnehmung von Steuerungsaufgaben durch die Kollektivvertragspartner,
  • Verbesserung der Qualität der Versorgung,
  • Planung von Leistungsressourcen (zum Beispiel Krankenhausplanung),
  • Längsschnittanalysen über längere Zeiträume, Analysen von Behandlungsabläufen, Analysen des Versorgungsgeschehens zum Erkennen von Fehlentwicklungen und von Ansatzpunkten für Reformen (Über-, Unter- und Fehlversorgung),
  • Unterstützung politischer Entscheidungsprozesse zur Weiterentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung,
  • Analyse und Entwicklung von sektorenübergreifenden Versorgungsformen sowie von Einzelverträgen der Krankenkassen.

 

Weiterlesen:

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Was ist und wozu brauchen wir Versorgungsforschung >>
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